Starke Aufholjagd wird nicht belohnt: Trotz einer leidenschaftlichen Leistung musste sich die HSG Ostsee N/G im richtungsweisenden Duell gegen den Oranienburger HC knapp mit 25:27 (11:13) geschlagen geben. In einer Partie auf Augenhöhe gaben Nuancen den Ausschlag zugunsten der Gäste.
Die Ausgangslage war klar: Mit einer beeindruckenden Serie in den vergangenen Wochen hatte sich die HSG Punkt für Punkt aus den Abstiegsplätzen herausgekämpft und sich dieses innere "Endspiel" gegen den etablierten Drittligisten direkten Tabellenkonkurrenten aus Brandenburg redlich verdient. Dass es am Ende trotz der lautstarken Unterstützung in eigener Halle nicht ganz reichte, ändert nichts an der positiven Entwicklung der letzten Zeit. Bei noch drei ausstehenden Partien liegt die HSG nun lediglich einen Zähler hinter dem OHC – der Abstiegskampf bleibt also hochspannend.
Starke Anfangsphase: HSG setzt erste Ausrufezeichen
Die Mannschaft von der Ostsee startete hochkonzentriert. Auch das taktische Mittel der Gäste, im Angriff auf den siebten Feldspieler zu setzen, stellte die Defensive der HSG zunächst vor keine Probleme. Mit einem kraftvollen 4:0-Lauf zog die HSG bis zur 12. Minute auf 6:3 davon und untermauerte ihre Ambitionen.
Als Keeper Maximilian Minning in der 14. Minute einen Siebenmeter glänzend parierte, lag das Momentum klar auf Seiten der Gastgeber. Die Chance, die Führung per Wurf auf das leere Tor und im anschließenden Gegenstoß weiter auszubauen, blieb jedoch ungenutzt – kleine Momente, die ein erfahrenes Team wie Oranienburg zurück ins Spiel brachten. Die Gäste nutzten eine kurze Schwächephase der HSG eiskalt aus und drehten die Partie bis zur Pause auf 11:13.
Offener Schlagabtausch und ein bitterer Wermutstropfen
Die zweite Halbzeit entwickelte sich zu einem packenden Duell, das vor allem durch viele Unterbrechungen und Strafwürfe geprägt war. Während die HSG aus dem Spiel heraus alles in die Waagschale warf, profitierte der OHC immer wieder von insgesamt elf Siebenmetern, von denen neun verwandelt wurden.
Die Moral der Ostsee-Männer war jedoch ungebrochen: In der 53. Minute brachte Nick Deleske die Halle zum Kochen, als er die HSG erneut mit 23:22 in Führung warf. In der dramatischen Schlussphase fehlte dann jedoch das nötige Quäntchen Glück im Abschluss. Oranienburg agierte in den letzten Minuten etwas abgeklärter und sicherte sich mit einem 5:2-Lauf den knappen Auswärtssieg.
Sorgen um Tim Claasen Neben den verlorenen Punkten schmerzt vor allem die personelle Situation: Spielmacher Tim Claasen verletzte sich an der Schulter und droht für den Saisonendspurt auszufallen. Die Mannschaft wird nun erst recht zusammenrücken müssen, um in den verbleibenden drei Spielen die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu erzwingen.
Kopf hoch, Männer – der Kampf ist noch nicht vorbei!